Therapie der Vulvodynie

Vulvodynie kann zu Isolationsgefühlen, Angstzuständen und Depressionen führen.
Für die Behandlung der Vulvodynie ist eine multimodale Therapie für das Schmerzmanagement sinnvoll.

Folgende Experten können bei Vulvodynie hinzugezogen werden:
 

  • Gynäkologe/-in
  • Dermatologe/-in
  • Neurologe/-in
  • Urologe/-in
  • Neuro-Urologe/-in
  • Schmerzmediziner/-in
  • Urogynäkologe/-in
  • Physiotherapeut/-in
  • Osteopath/-in
  • Sexualtherapeut/-in

Vulvodynie wirkt sich in der Regel auch auf das emotionale Wohlbefinden aus, deshalb kann eine begleitende Psychotherapie (Psychologe/in oder Psychiater/in) eine gute Unterstützung sein.

Eine Behandlungsmethode alleine bringt leider meistens nicht den gewünschten Erfolg. Meist braucht es eine Kombination von Behandlungen (multimodale Schmerztherapie) und es dauert einige Zeit und Geduld, bis die Therapien ansprechen.

Aktuelle Therapien umfassen:
 

Medikamente

  • trizyklische Antidepressiva z.B. Amitriptylin (Saroten)
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer z.B. Duloxetin (Cymbalta)
  • Antikonvulsiva/Antiepileptika z.b. Pregabalin (Lyrica) oder Gabapentin


Topische (lokale) Medikamente

  • topische hormonelle Cremes z.B. Östrogen (Estriol)
  • Lokalanästhetika z.B. Lidocain, Emla
  • Topische krampflösende Antidpressiva Cremes/Gels z.B. Amitriptylin, Ketamin, Baclofen
  • Nasenspray mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure (antiallergischer Nasenspray, Mastzellenstabilisator) während 3 Monate 4x täglich 2 Sprühstösse in Kombination mit 1 Tbl. Cetirizin (Antiallergikum) jeden Abend. In Österreich ist der Spray unter dem Handelsnamen Lomusol erhältlich, in der Schweiz unter Cromodyn, in Deutschland z.B. unter Cromo-Ratiopharm
     

Sonstige Therapien

  • Biofeebacktherapie
  • Tens
  • Triggerpunktmassage
  • Stosswellentherapie
  • Physiotherapie (Beckenboden entspannen lernen)
  • In Deutschland schlagen viele Gynäkologen Laser vor, aber dazu gibt es praktisch noch keine Studien in Bezug auf Vulvodynie. Es gibt verschiedene Lasertypen. Mit dem Lasern wird viel Geld verdient, diese Geräte sind teuer und müssen amortisiert werden. Deshalb raten wir zur äussersten Vorsicht.
    Diese Art Laser wurden ursprünglich für Vaginalzwecke erfunden und getestet, nicht für die Behandlung von Vulvodynie an der Vulva. 

Invasive Behandlungen (mit Vorsicht und nur durch sehr erfahrenen Arzt!)

  • Neurostimulation und Spinal Infusionspumpe (für Frauen mit provozierter Vestibulodynie)
  • Botox
  • Laparoskopische Beckenneurochirurgie
  • Chirurgische Freilegung des Pudendusnervs (Neurolyse)
  • Vestibulektomie (für Frauen mit provozierter Vestibulodynie)

Entspannungstechniken

  • Autogenes Training
  • Bodyscanning
  • Muskelentspannung nach Jacobsen

Bewegung

  • Schwimmen
  • Spazieren
  • Yoga
  • Bauchtanz
  • Heim-Trampolin (Mini-Trampolin)
  • Thermofit (Wippe-Vibrationsplatte)

Alles was an körperlicher Bewegung gut tut und der Lockerung von Becken- und Rückenmuskulatur dient!